Aachen und der Tivoli

Wenige Tage nach dem Wien-Trip geht es endlich wieder weiter. Nach Bergen von gewaschener Wäsche und ein paar Tagen Party in Nürnberg (Brückenfestival, Sneak Preview, Billard, Tauchen,…) bin ich wieder gerüstet für den nächsten Trip – wenn es auch nur ein kleiner ist.

Dank Probebahncard ist das Zugfahren genauso teuer wie Auto fahren, und im Zug kann ich relaxen und schlafen  (ich habe mein Buch vergessen!!!), also fahre ich Zug. Die Fahrt geht zunächst über Köln nach Aachen, und das führt an der meiner Meinung nach schönsten Zugstrecke Deutschlands am Rhein entlang.  In Aachen steht Kultur und Sport auf dem Programm, später in Mönchengladbach nur Sport. Allerdings treffe ich dort auch einen alten Freund, so dass ich mich insgesamt wirklich auf die Tage freue. Wenn ich nur  nicht so müde wäre (typisch Naninka: um kurz vor 2 Uhr zuhause, aber noch nicht gepackt, die Wäsche hing sogar noch auf dem Dachboden, wo ich aber nachts keinen Krach mehr machen kann, also früüüüh aufstehen)….

Nach der wunderschönen Zugstrecke, bei der ich leider auf der falschen Seite sitze, aber dennoch gut sehen kann, folgt ab Köln absolute Tristesse. In Aachen angekommen mach ich mich natürlich gleich auf den Weg in die City. Ich müsste eigentlich dringend auf die Toilette, finde aber irgendwie nichts Passendes. Anstatt gleich am Bahnhof zu gehen dachte ich an ein nettes Café. Davon ist Aachen voll, aber ich habe es zu spät gefunden, wagte mich in ein Café/Restaurant an der Oper und hatte dort das Gefühl, dass das Verzehren einer Mahlzeit erwartet wird. Tat ich also auch, war lecker und für den Rest des Abends war somit auch ausgesorgt. Danach lief ich Richtung Dom und weiß heute gar nicht mehr, wieso ich nach meinem ersten fußballbedingten Besuch in Aachen sagen konnte, dass er hässlich ist, und wo ich Betonanbau gefunden habe, weiß ich auch nicht mehr. Vermutlich war ich damals nach einer kompletten Nacht im Zug nicht mehr urteilsfähig. Ich schlendere durch Fußgängerzonen, kleine Straßen, die Einaufsmeile… sehr gemütlich ist es hier. Ich hab gleich in Minuten ganz viele Sehenswürdigkeiten abgehakt, jedoch ohne Foto, da mein Akku fast leer ist und ja noch für den Anruf von meinem Couchsurfinghost reichen muss. Allerdings brauche ich ja auch für heute ein Programm, ich will nicht nur rumsitzen.

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In Aachen liegt ja alles sehr nah zusammen, groß ist die Stadt nicht. Und so hab ich Dom, Oper, Rathaus und Elisenbrunnen ganz schnell schon wieder hinter mir. Sitze nun in der Sonne und genieße sie, und Passanten beobachten ist hier echt interessant. Ich meine, einen ganz anderen Schlag Menschen zu erkennen als in meiner Heimat. Unheimlich viele Niederländer und ich habe noch das Gefühl, auf sehr viel Proll zu treffen, doch das relativiert sich im Lauf des Abends.

Um 18.30 Uhr meldet sich mein Host Marc, holt mich mit einem herrlichen, 29 Jahre alten Mercedes ab und wir machen eine kleine Rundfahrt und er erklärt mir zu den gesehenen Dingen auch Einiges. Im Biergarten lassen wir uns ein belgisches Bier (Leffe) schmecken und danach fahren wir spontan zum Dreiländerpunkt („so lange es noch hell ist“ und das haben wir grad noch so geschafft). Über die Niederlande hin (Vaals) und über Belgien zurück (Kelmis). So bin ich an diesem Abend also noch in drei verschiedenen Ländern und zwar nicht nur indem ich ein mal um den Grenzpunkt laufe sondern eben auch in je einem Ort gewesen bin.

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Auf dem Weg zu diesem Dreiländerpunkt wird mir noch das Krankenhaus gezeigt, ich hätte spontan auf ein Kraftwerk getippt. Es ist ein funktionalistischer Bau und sehr interessant. Überhaupt wird mir sehr viel gezeigt und auch erklärt, kleine Geschichten dazu erzählt. Das ist ja das Tolle am Kontakt mit Locals, und ich habe einen sehr guten Local erwischt 🙂 Im Anschluss an die Fahrt sitzen wir bei einem weiteren Leffe noch zusammen und unterhalten uns bei sehr angenehmer Atmosphäre noch bis halb Zwei. Die Nacht sollte also mal wieder kurz werden.

Am nächsten Morgen macht mich nicht mal die Dusche richtig wach, der Kaffee beim gemeinsamen Frühstück hilft dann aber. Es gibt auf den ersten Blick sehr fragwürdige Brotaufstriche (Zwiebel Himbeer), aber saulecker!!!

Mit einem guten Frühstück gestärkt mache ich mich wieder auf in die Stadt, laufe an St. Adalbert vorbei, schade dass die Kirche zu ist. Interessanterweise gibt es in dieser katholischen Gemeinde Queer-Gottesdienste. Daher hätte ich sie gerne von innen gesehen.

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Meine Kirche von innen hab ich dann mit dem Dom natürlich bekommen, in dem allerdings gerade eine Baustelle beherbergt ist. Das ist etwas schade, aber ansonsten ist das Ganze dort WOW, besonders die riesengroßen bunten Fenster haben mich beeindruckt, und die Mosaikdeckengestaltung hauptsächlich in Gold.

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Auch andere Sehenswürdigkeiten hake ich nochmals mit Fotoapparat ab, bevor es dann am Abend zu einem der Hauptprogrammpunkte geht.

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Am Freitag Abend stand mal wieder Fußball auf dem Plan, der Aachener Tivoli ist schließlich neu und da ich Aachen ja ganz nett finde, und der Ruf nahezu legendär ist, muss ich definitiv hin. Mit dem alten Tivoli kann man das nicht vergleichen, aber es ist viel Komfort, nette Stimmung und ein ganz gutes Spiel. Allerdings braucht Aachen definitiv einen Stürmer.

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Marc begleitet mich zum Spiel und twittert herrliche Dinge (mein erster Kontakt mit Twitter, wenn auch ein relativ ablehnender). Und er hat Recht, denn so ein Bierrucksack auf dem Rücken wär manchmal schon klasse, und die Worte mancher Fußballfans sind unter aller Kanone…. Die Entstehung der Tore bekommt er vor lauter twittern bis auf eines nicht mit, ich erzähle es ihm dann eben 🙂 Nach dem Spiel unwandere ich den Stau und Marc düst mit dem Zweirad davon, sammelt mich kurz darauf mit vier Rädern wieder ein und wir gehen noch einkaufen, denn ich darf kochen. Abendessen gegen Bett sozusagen.

So gibt es am späten Abend noch Pasta mit Putenbrust, Paprika, Oliven, Tomatensauce. Und natürlich einen Wein dazu. Allerdings sind wir ziemlich platt und schlafen deutlich früher, so dass ich am nächsten Morgen deutlich ausgeschlafener bin und Dusche sowie Frühstück genießen kann.
Dann bekomme ich sogar einen Shuttleservice zum Bahnhof und verlasse Aachen also wieder, weiter geht es nach Mönchengladbach!

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