Gokarna – die Nacht am Strand

26. Januar 2014
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Die letzten Stunden in Hampi wurden noch gechillt, so weit das mit den ganzen Überlegungen machbar war.  Kaum noch Geld in der Tasche, und dann mitten in der Nacht soll die Ankunft in Gokarna statt finden. Nicht so der Hit.

Dann ergaben sich nach und nach Lösungen. Erst mal fiel ein Engel vom Himmel, steckte mit 2000 Rupies zu und gab mir Kontodaten, auf die ich das nach der Ankunft back home überweisen werde. Muchas gracias auch an dieser Stelle nochmal.

Dann finden sich bereits im Guesthouse einige andere Leute, die auch den Sleeper nehmen, allerdings mit anderem Ziel. Gemeinsam verbringen wir die Zeit vor der Abfahrt und dann natürlich auch im Bus. Und dann wurde es lustig. Der indische Busguide bestand trotz einiger leerer Pritschen darauf, dass wir alle auf unsere gebuchten Pritschen gehen. Konnten wir aber nicht, denn meine war double booked. Nach einigen Diskussionen drehte sich der Herr einfach um und ließ uns alle liegen wo wir waren. Ein Kommentar ließ vermuten, dass es noch weitere Halts gab, bei denen Leute zusteigen. Dem war aber nicht so.

Kurz vor der Abfahrt erledigen sich auch meine Sorgen der alleinigen nächtlichen Ankunft in Gokarna. Ein Amerikaner fragt sich mit Gokarna durch den Bus und ich sage „me too“ und wir strahlen uns an. Gerettet.

Die Fahrt über ging das mit dem Schlaf sogar recht gut, es gab eben auch Müdigkeitsnachwirkungen der letzten Nacht. Also galt es einfach, das Fenster zu öffnen, in die Sterne zu kucken und sich so gut wie möglich einzukuscheln und dabei schlicht einzuschlafen, was auch funktioniert hat.

Einen Toilettenstop gab es auch diesmal. Allerdings mitten auf der Straße, weit und breit keine Toiletten oder dergleichen. Was tut man, wenn man hier wirklich auf Toilette muss? Beispielweise das Mädel mit dem Durchfall? Nun… hinter den Bus stellen, hoffen dass kein Auto mit Licht gefahren kommt und Geschäft erledigen.

Um 2 Uhr  nachts irgendwo im Nirgendwo schreit dann der Guide wieder durch den Bus. „Gokarna, Gokarna. Out here“. Nach einem Blick am Fenster sehen wir, dass wir erneut mitten in der Pampa an einem kleinen Imbiss stehen und das nie im Leben Gokarna ist. Ein paar Brocken später wissen wir, dass wir umsteigen müssen, in 20 Minuten der Bus kommt, wir für den Bus ein Free Ticket bekommen und dann nach Gokarna gebracht werden. Als der Bus kommt, sind wir bereits zu neunt. Somit also nicht mitten in der Nacht alleine an einem Ort, an dem wir uns nicht auskennen. Wir sehen den Bus und denken an einen schlechten Scherz. Es ist mehr Klapper als Bus, aber immerhin hat er noch vier Räder. Der Fahrer packt alles Gepäck aufs Dach, denn im Bus ist nicht genug Platz dafür. Wir verhandeln noch, dass wir zum Om Beach gebracht werden wollen, ein paar Meter weiter als Gokarna. Dafür müssen wir alle nochmal in die Tasche greifen, aber es gab die Info, dass dort die ganze Nacht über eine Bar geöffnet hat und man die Zeit verbringen kann, bis die ersten Herbergen einchecken lassen. Mit geschätztem Tempo 20 tuckern wir dann über kleine Straßen und kommen am Beach an.

Ankunft in Gokarna bzw am Om Beach: 4 Uhr. Nachts. Eine Herberge öffnet wie bestellt ihre Pforten und Jemand schreit „need room?“. Und 9 Leute sagen geschlossen „no, we sleep on the beach“. Von neun Personen sind 2 Franzosen, einer Amerikaner und der Rest Deutsche. Wir laufen gemeinsam ein Stück und entscheiden dann, dass dieser Platz gut ist. Nur die Franzosen machen lieber ihr eigenes Ding und gehen weiter. Wir alle bleiben lieber safe gemeinsam. Ich packe mein Tuch aus, auf dem wir zu zweit locker Platz haben, ansonsten gibt es noch Handtücher, Rucksäcke und diverse andere Unterlagen. Ein Hund legte sich  direkt während wir uns ausbreiteten neben uns ab und bewachte uns ab diesem Moment und gab sofort Alarm sobald Jemand auch nur annähernd vorbei kam. Wo man also zunächst bei jedem Geräusch skeptisch kuckte und beobachtete, verlieh der Hund bald Sicherheit und wir alle haben tief und fest geschlafen. Fazit aller Anwesenden: besser als im Sleeper Bus. Außerdem war der Ausblick beim Aufwachen natürlich traumhaft.

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Um 8 Uhr öffnet dann endlich das Cafe Namaste, was nachts eben doch nicht offen war. Wir gehen gemeinsam frühstücken, verstehen uns sehr gut und beschließen, gemeinsam weiter zu ziehen. Trains und Busses etc gibt es im Dolphin Restaurant, was gleich eines weiter ist. Gleich eines weiter bedeutet in diesem Fall ca 500 Meter Strand. Überhaupt ist es herrlich leer. Eben doch schon Nachsaison.

Wir checken die Rooms im Dolphins und ziehen alle geschlossen dort ein. So eine Nacht am Strand verbindet wohl. Bis auf zwei Mädels bleiben wir auch alle für zwei Nächte. Nach dem Beziehen der Zimmer gibts erst mal noch nen Drink an der Bar (wobei wir auf der Karte keinen Alkohol finden, vermutlich im Ort verboten, mal sehen was es unter der Bar so gibt) und diverses Handeln mit einer Kettenverkäuferin. Danach ab ins Meer!!! Warm, ruhig, traumhaft schön! Gokarna war trotz aller Zweifel die richtige Entscheidung und die Hütte ist so günstig, dass die 2000 Rupies wohl auch gar nicht nötig gewesen wären.

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