Ich bin jetzt ein Pirat

26. Januar 2014
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Und wieder klingelt morgens der Wecker. Wenn man nur 5 Tage Zeit hat, muss man irgendwie doch alles ziemlich voll packen, wenn man was erleben will. Daher eben schon wieder früh aufstehen, wobei früh hier relativ ist. Der Wecker klingelt um 8.30 Uhr. Für mich ist das früh.

Pünktlich kommt das Transfertaxi, während hier noch Informationen über Massagen im Hotel eingeholt werden. Ab ins Taxi, ab aufs Boot. Okay, also kein Anzüge probieren, Flaschen checken und so weiter? Es stehen zwei Flaschen da, hängen zwei Jackets und zwei Anzüge da. Das wars? Nein, war es nicht. So nach und nach kommt mehr Material aus dem Bootsrumpf zum Vorschein. Das Funkgerät wird wieder angeschraubt, das Notfallequipment darf man auch sehen. Die Flasche ist voll, Jackets hängen dort zufällig in der richtigen Größe und der Anzug wird auf Nachfrage in der passenden Größe gebracht, getestet und für passend befunden. So nach und nach -während man schon in voller Fahrt ist- erfährt man auch etwas über den an der Agency gebuchten Trip und über die Durchführenden. Das Gefühl wird sicherer.

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Ich für meinen Teil war seit 11 Monaten nicht mehr im Wasser. Also doch, aber nicht unter Wasser. Dementsprechend ist es am Anfang wieder etwas aufregend. Doch glücklicherweise weiß ich ja inzwischen, wie ich diese leichte (leichte, da viel Sicht) Abstiegspanik überwinde. Ausatmen ist das A und O, denn das vergesse ich anfangs immer. Also zähle ich beim Ausatmen und dann gehts problemlos. Acht Kilo Blei hab ich um, ungewöhnlich viel. Aber die Flasche ist aus Alu, und das Blei reicht auch gerade so aus.

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Zuerst geht es in eine Höhle. Es handelt sich um eine ehemalige Piratenhöhle. Wie ja bereits erwähnt war Alanya in der Vergangenheit ein Piratennest, und davon gibt es noch einige Überbleibsel. Da es die Höhlentour mit dem Klippensprung nicht mehr gibt, seit dort letztes Jahr Jemand in den Tod gesprungen ist, bekomme ich nun wenigstens auf diese Weise eine Piratenhöhle mit. Erst geht es auf 18 Meter runter und dann ca zwanzig Meter nach innen. Es gibt mehrere Zugänge zur Höhle, so dass es immer hell ist, von manchen Ecken mal abgesehen. Die Höhle ist beeindruckend und macht Spaß. Die ersten Fische sind zu sehen (schwimmen in Reih und Glied am Felsen entlang nach unten, wo auch immer die alle her kommen, denn ein Zurückschwimmen kann ich nicht beobachten), und unter einem Stein finden wir einen wirklich großen Seeigel. Und dann finde ich auch noch einen Schatz am Meeresgrund! Piratenhöhle, Schatzfund, perfekt. Mein Fund besteht aus zwei Kilo Blei. Taucherblei. Muss wohl ein vorhergehender Taucher verloren haben. Ich nehm es mit und hab ab sofort zehn Kilo Blei an Bord. Nach einer Weile tauchen wir aus der Höhle wieder raus gehen kurzfristig auf 22 Meter runter, was dann der tiefste Punkt bleibt. Dann geht es gemäßigt am Bugbergfelsen entlang, wo sich so einiges an Fischvolk angesammelt hat. Außerdem finden wir einen Manta. Der ist allerdings leider tot und ziemlich angefressen. Der Guide erzählt nachher, dass im Sommer hier einiges an Mantas und Schildkröten zu finden ist, doch dafür ist es noch zu früh (zu kalt). Nach 52 Minuten Tauchgang gelangen wir wieder am Boot an. Dort gibt es dann Wasser und Tee und allerlei Süßkram, während wir uns auf den Rückweg machen.

Wieder im Hotel angekommen gehts runter in den Keller, Massage buchen. Da es inzwischen regnet (beim Tauchgang schien noch die Sonne, glücklicherweise. Licht unter Wasser ist einfach herrlich schön), ist das Massageteam ziemlich ausgebucht, aber es gibt am Abend noch freie Termine. Etwas Besonderes gefällig? Ganzkörper und Armomaöl bitte! Und in der Zwischenzeit? Nachdem irgendwie Schlafmangel herrscht und Tauchen immer platt macht, gehts erst mal ab ins Bett, wo ich promt einschlafe. In weiser Voraussicht war der Wecker gestellt. Die Massage war absolut zum Genießen und das Öl riecht einfach total geil. Hat so gefallen, dass für den nächsten Morgen gleich nochmal gebucht wurde.

Am Abend gabs dann noch einige Dekobier. Die Gläser waren noch nicht mal leer, stand schon was Neues au dem Tisch. Sehr aufmerksame Kellner. Deren Ziel war es, nach Dienstschluss gemeinsam durch Clubs zu ziehen, doch nach zu vielen Dekobieren kam ich gar nicht mehr zum eigentlich geplanten Vodka Lemon sondern lediglich zur Aufzugfahrt ins Zimmer und zum Insbettfallen.

Wie bereits erwähnt ging es am nächsten Morgen nach dem Frühstück erneut zur Massage. Die Dame hat sich wirklich Zeit genommen, ich hab ne Dreiviertelstunde bekommen anstatt ne halbe. Und wirkungsvoll war es auch. Mein Nacken tut nun nicht mehr weh, die vorher wirklich schmerzende Schulter kaum noch und die immer harte Beinmuskulatur ist richtig gelockert. Well done. Dankeschön! 🙂

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Nach der Massage wird das Zimmer geleert, die Sachen an der Rezeption verstaut und es geht nochmal an den Strand. Die Sonne ist da und die Strandbar ruft. Nochmal chillen, bevor es am späten Nachmittag zu Ende ist mit der Herrlichkeit. Mittagessen (gegrillter Fisch) gibts in nem türkischen Restaurant und dann wird nochmal jeglichen Angeboten aus Fälschungsshops widersagt. Bummeln ohne Kaufen, in der Türkei gar nicht so einfach. Aber irgendwann akzeptieren dann doch alle, dass man nichts haben will.

Nun sitz ich hier, noch die letzten Minuten Sonne genießen und dann geht es back nach good old Germany.

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