USA

Joshua Tree National Park

13. Februar 2014
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Nach meiner Übernachtung in einem kleinen Motel in Twentynine Palms direkt am Rande des Joshua Tree National Park kann ich es am Morgen ganz gemütlich angehen lassen. Ich habe schließlich nur ein paar Meter zum Parkeingang. Da der Park nicht besonders groß ist verzichte ich auf eine Tankfüllung vorher und fahre mit halb vollem Tank los.

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Es gibt drei Eingänge zum Joshua Tree National Park und alle drei haben eine Kassenstation auf der Straße stehen, erinnert mich an einen Grenzübergang. Ich nutze natürlich den Eingang direkt neben Twentynine Palms. Die Einfahrt kostet 15 Dollar. Ich denke erst dass das relativ happig ist für ein so kleines Gebiet. Doch ich sage es gleich im Voraus, es ist seinen Preis absolut wert. Nicht auf Grund der natürlichen Gegebenheiten, denn ich finde für die sollte man nicht bezahlen müssen. Doch hier im Park gibt es sehr viele angelegte Parkbuchten (so dass man nicht ständig auf den unbefestigten Straßenrand fahren muss), eine Menge Infotafeln, angelegte Trails und Camping-/Rastplätze mit sogar festinstallierten Grills, damit auch wirklich keiner mitten in der Pampa grillt und damit eventuell einen Brand auslöst. Die Straßen sind absolut perfekt, keine Löcher, kein Split, keine Dips. Deswegen sage ich, dass der Park sein Geld wert ist.

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Sehr schnell halte ich die ersten Male an, denn sehr schnell tauchen die ersten Felsformationen auf und ich beginne auch, darauf herumzuklettern. Warum ich hier klettern kann? Nun ja, man muss nicht steil nach oben, man kann einfach auf einer Seite nach oben laufen, auch wenn es auf der anderen dann steil nach unten geht. Die Ausblicke sind fantastisch und die Felsen an sich auch. Durch die Infotafeln (an den meisten davon halte ich tatsächlich) erfahre ich einiges über die Entstehung der Felsen, die Vegetation und das Tiervorkommen in der Gegend. 

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Die im Park vorzufindenden Formationen aus Monzogranit entstanden durch unter der Erdoberfläche abkühlendes und erstarrendes Magma. Daher also die seltsamen Formen und die mitten in der Wildniss aufragenden Felsgebilde. Sie erinnern mich an die Hinkelsteine aus Asterix. Die dem Park seinen Namen gebenden Joshua Trees sind eine Unterart der Yuccas. Im Park wächst aber auch die Mojave Yucca, der Unterschied ist deutlich zu sehen. Seit heute weiß ich auch, dass es den Roadrunner wirklich gibt! Leider habe ich ihn nur auf einer Infotafel gesehen, was auch für den hier häufig vorkommenden Coyoten und die Wüstenschildkröte gilt. Das einzige heute gesichtete Tier war ein Squirrel. Die wiederum sind hier wunderbar süß mit schwarzweiß gestreiften Rücken.

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Ich bin erstaunt über die hier installierten Campinplätze. Die einzelnen Zeltplätze befinden sich nämlich inmitten der Felsformationen. Einen schöneren Ort zum Campen kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen! Eigentlich fast schade, dass ich keine Ausrüstung dabei habe und auch andere Pläne in der Tasche.

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Ich bin in einer Richtung dann ziemlich schnell durch den Park durch, trotz Kletterei. Da es noch so früh ist, beschließe ich auch hier zu pausieren. Ich habe einen abgepackten Burrito und Unmengen von Getränken an Bord, hier lässt es sich also aushalten. Ich fahre wieder zur Weggabelung zurück und suche auf der noch unbekannten Strecke ein schönes Plätzchen und werde auf einem Felsen fündig, von dem aus ich eine ganz nette Aussicht habe.

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Die Sonne brennt den ganzen Tag und wir haben laut Autothermometer 31 Grad. Das ist eine für den Februar sehr ungewöhnliche Temperatur, doch ich genieße sie. Allerdings bekomme ich ein kleines bisschen zu viel Sonne ab.

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Nach und nach genieße ich einen Fleck nach dem anderen und bin dann am Nachmittag durch mit dem Park. Ich halte in einer der Parkbuchten um mein Ziel ins Navi einzugeben. Ich konzentriere mich aufs Navi und plötzlich tuckert es ganz laut neben mir. Ein älterer Herr in einem alten orangenen Cabrio hat neben mir gehalten. Ich lasse das Fenster runter und er fragt mich, ob ich im Park auch blühende Joshua Trees gesehen habe. Ich verneine und er sagt, dass ungefähr eine Meile weiter welche sind, ich soll aufpassen. Wir unterhalten uns eine Weile und er fragt irgendwann, woher ich komme. Dann fragt er, ob ich eine Kamera dabei habe. Natürlich habe ich das. Er bittet um einen Moment, wendet mit seinem Wagen so, dass er vor den Felsen steht und bietet mir an, ein Bild von mir in seinem Wagen zu machen. Er erklärt mir, dass der Wagen eine Corvette ist, 49 Jahre alt. Fast 600000 Kilometer ist er damit schon gefahren und hat beinahe alle Nationalparks der vereinigten Staaten besucht. Der Wagen hat Türgriffe, die ich noch nie gesehen habe, er macht sie für mich auf. Außen an der Türe gibt es gar keine Griffe. So komme ich auch noch zu einem Foto von mir in einer 49 Jahre alten Corvette.

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Mein Plan sieht dann vor, dass ich noch nach Palm Springs fahre und mir dort eine Unterkunft suche. Und ausnahmsweise halte ich mich mal an meinen Plan. Ich finde ein für Palm Springs erschwingliches Zimmer, das trotzdem groß und sauber ist und steige für eine Nacht hier ab. Palm Springs wird als ein Mekka für Schwule und Lesben bezeichnet. Ich empfinde es eher als Mekka für Menschen im Alter zwischen 50 und 70 Jahren. Zwar gibt es einige schwule Pärchen beim Dinner (bei dem ich mir endlich das heiß ersehnte Steak gönne, es aber leider nicht mehr fotografieren kann, weil der Akku mal wieder just in time schlapp macht), aber von Szene im Sinne von Party kann ich nichts entdecken. Muss ich aber auch nicht, bin schließlich bestens versorgt.

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Die Nacht hier ist übrigens erstaunlich warm für eine Wüste und für Februar und im Vergleich zu den vorherigen Nächten, die ich ebenfalls in der Wüste verbracht habe.

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1 Comments

  1. hahaha – der Typ ist ja auch gut. Corvette ist natürlich klasse, aber ich würde im Leben nicht auf die Idee kommen, jemandem anzubieten ihn in meinem Auto zu fotografieren 🙂 … aber ich habe ja auch nur’n VW

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