Wellnesswochenende in Marienbad – Jugendstil mit Stil ;)

16. Januar 2015
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Zu Beginn muss ich sagen, dass ich ein kleines bisschen aufgeregt bin, schließlich ist das mein allererster Blogpost und es ist mir eine Ehre, diesen hier veröffentlichen zu dürfen.

Nun aber los:) Wie der Titel schon sagt verbrachte ich mein letztes Wochenende in Marienbad, kurz nach der tschechischen Grenze. Wie ich dazu gekommen bin? Das war so: Meine Kollegin Christine erzählte mir kürzlich von einem tollen und vielversprechenden Busreise-Angebot der Firma „Merz Reisen“  und fragte mich, ob ich nicht Lust hätte mitzukommen. Ich warf einen Blick in den Katalog, stellte schnell fest, dass man bei diesem günstigen Angebot wohl nicht viel falsch machen kann und sagte zu.

So ging es also am Samstag morgen um 7.20 los – so eine unmenschliche Uhrzeit hätte ich zwar nicht unbedingt gebraucht aber die konnte man sich leider nicht aussuchen und für so ein Entspannungswochenende nehme ich das dann gerne in Kauf 😉 Ich parkte mein Auto und wartete auf den Bus, in den ich dann zusteigen musste, Christine ist bereits ein Erlangen eingestiegen. Mein erster Eindruck: Ich bin mit Abstand die Jüngste.

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Als ich in den Bus steige sehe ich schon meine freudig winkende Kollegin in einer der hintersten Reihen sitzen. Ich verstaue schnell mein Gepäck und dann geht es los. Obwohl wir beide etwas müde sind, schlafen wir nicht und genießen die Fahrt und die teilweise sehr schönen Ausblicke. Nachdem der Busfahrer zu diesem Zeitpunkt wohl schon einige Zeit unterwegs ist gibt es nach ca. zwei Stunden eine Pause von 45 Minuten in einem Rasthof. Wir überbrücken die Zeit mit einem Cappuccino, lustigen Gesprächen und einem letzten Toilettengang bevor es weitergeht.

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Um ca. 11.30 Uhr kommen wir dann schließlich an unserem Hotel, dem „Falkensteiner Grand Spa“ in Marienbad an. Im Bus wurde uns noch mitgeteilt, dass vier aus unserer Gruppe erst um 15 Uhr in ihr Zimmer einchecken können – wir hofften sehr, dass wir nicht zu diesen vier Pechvögeln gehören und hatten Glück 🙂 Die Schlange an der Rezeption war lang und so zog es sich leider ein wenig, bis wir endlich in unser Zimmer konnten.

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Als wir dieses schließlich betreten sind wir positiv überrascht. Die meisten von uns sind im Neubau des Hotels untergebracht, Christine und ich im Altbau. Dass das Falkensteiner Grand Spa im Jugendstil gebaut ist, war uns bereits bekannt und das spiegelte sich auch absolut in unserem Zimmer wieder: Uns erwartet ein großes Himmel-Doppelbett, Verzierungen an der Decke und etwas oldschoolige (dieses Wort gibt es so wahrscheinlich nicht aber ein passenderes fällt mir grade nicht ein;)) Möbel. Außerdem haben wir einen ziemlich großen Balkon mit tollem Ausblick. Wir sind uns einig: Das ist Jugendstil mit Stil!

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Nachdem wir kurz ausgepackt und uns in die zur Verfügung gestellten Bademäntel geworfen haben geht es gleich in den Spa-Bereich, den wir während unseres gesamten Aufenthalts kostenlos nutzen dürfen. Dort angekommen stoßen wir als erstes auf ein Sole-Becken, indem wir uns allerdings nur kurz aufhalten, da es ziemlich düster und etwas zu kühl für unseren Geschmack ist. Wir betreten daraufhin das „Perlbad“, sozusagen der Hauptbereich der Spa-Anlage. Dort befinden sich zwei relativ große Schwimmbecken, das eine etwas wärmer als das andere und mit „Sprudel“ und ein Außenbecken. Außerdem gibt es einen Saunabereich, den man über eine Treppe nach unten erreicht.

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Wir parken unsere Mäntel und Handtücher auf einer Liege und testen als erstes die beiden Innenbecken, in denen wir uns recht wohl fühlen. Ich werde schließlich neugierig auf den Außenbereich und schwimme in Richtung Zwischentür zum Außenbecken, die ich mit etwas Mühe aufbekomme (seltsame Technik). Nach sehr kurzer Zeit stelle ich fest, dass die Temperatur mir so gar nicht zusagt und möchte wieder zurück. Das ist allerdings leichter gesagt als getan, denn die eben schon erwähnte seltsame Technik macht sich erneut bemerkbar und die Zwischentür streikt. Meine Kollegin Christine, die im Innenbecken auf der anderen Seite der Tür sitzt amüsiert sich sehr über meine Lage, eilt aber auch gleichzeitig herbei um mich zu retten. Allerdings verzweifelt auch sie an der störrischen Glastür, woraufhin sich eine scheinbar Ansässige einschaltet und Christine durch Zeichen versucht zu erklären wie sich die Tür öffnet. Man muss scheinbar durch Handbewegung eine Art Sensor betätigen, was meiner Kollegin letztendlich gelingt. Ich freue mich wieder im warmen zu sein 🙂 Wir relaxen und genießen die Ruhe.

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Um 14.30 gibt es Kaffee und Kuchen, dessen Genuss ebenfalls in unserem Reisepaket beinhaltet ist und so verlassen wir dafür gerne kurzzeitig den Wellnessbereich 🙂 Zielort ist die Lobbybar, die sich im Neubau befindet. Wir erkunden also zum ersten Mal das andere Gebäude und damit gleichzeitig das sehr interessante System, wie wir von einem Bau in den anderen kommen ohne nach draußen zu müssen. Wir fahren aus dem Spabereich nach oben, da dieser sich ganz unten in unserem Gebäude befindet, und steigen dann im ersten Stock in den nächsten Aufzug um, der uns ins andere Gebäude bringt. Verrückt!

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Die Lobbybar erinnert mit ihrer Einrichtung an ein altes Wiener Caféhaus, was sich auch in der Karte wiederspiegelt. Neugierig erkunden wir das Kuchen-Buffet, dass uns vier verschiedene Sorten bietet, die natürlich alle getestet werden müssen 🙂 Zum Glück ist dies auf Grund der nicht zu mächtigen Größe der Stücke auch möglich. Geschmacklich sind wir von allen Sorten begeistert:) Was uns ebenfalls sehr gefällt ist, dass hier eine sehr aufmerksame Dame mit Kaffee unterwegs ist und uns auf unseren Wunsch hin jederzeit wieder nach schenkt. Nach dieser Stärkung verlassen wir das Café wieder und machen uns wieder auf den Weg zum Spa. Allerdings müssen wir noch einen Stop im Zimmer einlegen um wieder in unsere Bademäntel zu schlüpfen, die wir zum Kuchen gegen Alltagskleidung getauscht haben.

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Nach weiteren zwei Stunden Entspannung, in denen wir auch den Saunabereich testen, wird es langsam Zeit sich fertig zu machen fürs Abendessen, ein 6-Gänge-Menü steht auf dem Programm. Wir sind schon gespannt und machen uns nach einer Dusche und etwas Siesta auf dem Himmelbett auf den Weg ins Restaurant, welches sich ebenfalls im Neubau befindet. Bevor wir das Restaurant betreten dürfen gibt es noch einen kleinen Sektempfang mit der Frontoffice-Managerin des Hotels (Ich hoffe das war der richtige Titel). Die junge Frau begrüßt uns herzlich und erzählt uns allerhand wissenswertes über das Hotel, z.B. dass dies das größte Hotel in Marienbad ist und über 2000 Betten verfügt. Außerdem erfahren wir noch einiges über den Ort an sich, die verschiedenen Heilquellen und Trinkkuren usw. Nach diesem Input geht es dann ins Restaurant, welches uns gleich auf den ersten Blick gut gefällt, besonders die prunkvolle und warm wirkende Dekoration.

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Ich habe noch nie zuvor ein 6-Gänge-Menü zu mir genommen… letztens besuchte ich mit Naninka ein Krimi-Dinner, dessen 4 Gänge eigentlich schon mehr als genug waren 😉 Christine berichtete mir, dass sie ebenso keine Erfahrung mit so vielen Gängen hat. Wir sind gespannt. Die Menükarte ist vielversprechend und wir haben Hunger! Die ersten zwei Gänge (Vorspeise und Suppe) gefallen uns ganz gut, wobei Christine der Meinung ist, das Topinambur-Süppchen schmecke nach warmer Milch ;)) Als nächstes kommt die Wachtelbrust und damit auch fast der K.O. für uns, da diese uns so gar nicht zusagt. Der Höflichkeit wegen essen wir diesen Gang aber doch fast ganz auf. Die drei folgenden Gänge (zwei Desserts und Steak) schmecken uns gut, aber wir sind bereits so voll, dass wir beim abschließenden Dessert fast kapitulieren. Christine stellt fest, dass ihr das üppig klingende Dessert wohl zu viel sein wird und sie lieber etwas Frisches hätte stattdessen. Sie bestellt eine Kugel Vanilleeis. Man hat es wohl sehr gut mit ihr gemeint und bringt ihr letztendlich den kompletten Nachtisch PLUS Eis 😉 Da hilft nur – Mund auf und durch! 😀

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Die sechs Gänge sind geschafft und so verlassen wir nahezu rollend das Restaurant. Eigentlich wollten wir nach dem Essen nochmal in die Lobbybar auf einen Drink, aber dafür sind wir eindeutig zu platt. Wir schmeißen uns sofort in die Schlafklamotten und ins Bett und schlafen beide schnell ein.

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Am nächsten Morgen erwartet uns ein Wahnsinns-Frühstücksbuffet mit allem, was man sich wünschen kann – wir sind begeistert und stürzen uns auf die vielen Leckereien. Mir gefällt besonders gut, dass man die Möglichkeit hat, sich Eier in verschiedenen Variationen frisch zubereiten zu lassen. Die Entscheidung fällt mir nicht schwer (und das ist eine Höchstleistung für mich und mein Entscheidungsproblem ;)) und ich wähle ein Omelett mit allen Zutaten die hier zur Auswahl stehen.

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Diese Entscheidung erweist sich als absolut richtig, denn es war köstlich!! Christine ist ebenfalls happy mit Brötchen mit verschiedenen Belägen, Joghurt mit frischem Obst und ihrem alkoholfreien Sekt. Ich hole mir ein Glas vom „richtigen“ Sekt, man gönnt sich ja sonst nichts 😉

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Nach diesem tollen Frühstück steht natürlich wieder Wellness auf dem Programm, schließlich geht es am Nachmittag schon wieder zurück nach Nürnberg und da müssen wir das nochmal in vollen Zügen genießen. Nach ein bisschen planschen beschließen wir, zum Mittagsbuffet zu gehen, was ebenfalls in unserem Wochenendpaket enthalten ist- zu verlockend um es uns entgehen zu lassen 😉

Es gibt zwei verschiedene Suppen mit Einlagen und ein Salatbuffet mit frischem Brot. Außerdem hat man die Möglichkeit, „Wildwurst“ zu probieren, eine wohl einheimische Spezialität, an die wir uns allerdings nicht ran trauen. Suppe und Salat schmecken uns, nur Christine ist von der Suppe nicht ganz so begeistert, da sie der Meinung ist, das sei die gleiche wie vom Abendessen, nur grün eingefärbt 😀

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Nach dem Mittagessen geht es satt und zufrieden zurück in den Wellnessbereich. Heute teste ich den Rest des Saunabereichs alleine, da Christine sich heute nicht so nach Sauna fühlt. Die Saunaauswahl besteht aus zwei Saunen, einem Dampfbad, einer Infrarot Kabine und einem Ruheraum. Ziemlich überschaubar aber genau richtig und genug für die Fläche dieses Bereichs. Außerdem sehr gemütlich und zum Wohlfühlen wie ich finde.

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Nach dem Saunieren steht bald schon meine Massage an – bereits gestern haben wir darüber nachgedacht uns massieren zu lassen und informierten uns an der Rezeption des Spabereichs. Leider waren alle Massagen ausgebucht und so entschieden wir uns dafür, es am nächsten Tag noch einmal zu  versuchen falls genügend Zeit dafür vorhanden ist. Da wir erst um 16 Uhr abfahren bleibt genug Zeit und so wähle ich eine Rücken-Nacken-Massage und Christine eine Fußreflexzonen-Massage. Dieses Extra kostet uns jeweils 30 Euro, was wir als ok empfinden und uns einfach gönnen möchten.

Massiert werde ich von einem älteren, sehr schlecht deutsch sprechenden Mann, der mir bereits zu Beginn der Prozedur immer wieder empfiehlt, ein Salzbad zu machen, zweimal die Woche. Ich weiß zwar nicht ob ich ihn richtig verstanden habe, aber ich glaube er wollte mir sagen, dass das wohl eine entwässernde Wirkung hat. Er wies mehrmals auf meine Oberarme,Beine und meinen Rücken hin und sagte dabei: „Keine dick!“ Außerdem versicherte er mir: „Halbe Jahr, dann alles gut!“ 😀 Ich empfand das als sehr amüsant und ließ mich dadurch nicht um den Genuss meiner Massage bringen. Die Technik war für mich neu, aber durchaus angenehm.

Der Masseur gab mir mit seinen seitlichen Handflächen relativ kräftige Hiebe auf den Schulterbereich, fuhr dann meinen Rücken entlang und strich zu dein Seiten hin aus. Auch wenn es leicht schmerzte tat es dennoch gut. Dazu muss ich noch erwähnen, dass er mich beim Einreiben meines Rückens mit Öl fragte:“Rücken gut, kein Problem!?“ Daraufhin ich: „Doch, großes Problem!“ Ich zeige ihm dann meine größte Problemzone, Schulter- und Nackenbereich und er stellt schnell selbst fest, dass kein Problem hier wohl nicht so ganz stimmt 😉

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Um 15.30 Uhr treffe ich mich mit Christine in der Lobby. Sie checkt uns an der Rezeption aus und ich bleibe solange bei unserem Gepäck stehen. Kurz vor 16 Uhr setzen wir uns in den Bus. Es dauert nicht lange, als auf einmal die Reiseleiterin einen Ausruf macht: „Frau Gronau aus Erlangen?“ Dabei handelt es sich um meine Kollegin Christine. Ihr wird mitgeteilt, dass sie wohl noch einen offenen Rechnungsbetrag habe. Wir sind beide verwirrt, da wir uns sicher sind, alle Rechnungen (Getränke und Massagen) gezahlt zu haben. Trotzdem bleibt meiner Kollegin nichts anderes übrig, als wieder zurück ins Hotel zu gehen und die Sache zu klären. Es stellt sich schließlich heraus, dass die Dame an der Spa-Rezeption wohl vergessen hat, Christines Massage der Hauptrezeption weiterzugeben. Ein kleiner Fauxpas wie ich finde. Als Christine dann wieder im Bus sitzt erzählt sie mir, dass die Frau sich wohl mehrmals überschwänglich bei ihr entschuldigt hat und die Quittung immer wieder an ihre Brust gedrückt hat, statt sie Christine zu geben. Meine Kollegin mit ihrer trockenen Art und ihrem bayerischen Slang entriss der Dame daraufhin die Quittung mit den Worten: „Joa des basst etz scho, mir miassn zum Bus!“:D

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Die Heimfahrt war angenehm, bis auf das Mutter-Tochter-Paar, das uns von hinten lautstark mit ihren ominösen Urlaubsgeschichten beschallte. Die Beiden saßen auch schon beim Abendessen mit uns am Tisch, was besonders Christine nicht sehr freudig stimmte;) Nach kurzer Fahrt machen wir einen kurzen Stop in einem Duty Free Shop, wo ich Zigaretten zum Mitbringen, sowie Gummibärchen und Skittles einkaufe;) Als der Bus letztendlich in Nürnberg ankommt verabschieden Christine und ich uns- sie muss ja noch sitzen bleiben bis Erlangen. Unser Fazit: Dieses Wochenende hat sich absolut gelohnt und das Preis-Leistungs-Verhältnis war super! Ich bin also nicht abgeneigt, noch einmal mit Merz Reisen mitzufahren. Auch das Falkensteiner Grand Spa ist auf Grund der Sauberkeit und des Essens und natürlich des Spa-Bereichs auf jeden Fall zu empfehlen 🙂

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