berlinitb

Zur ITB in Berlin – der ganz normale Wahnsinn

12. März 2015
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Warum überhaupt über die ITB schreiben…. gibt es davon nicht schon viel zu viele Beiträge? Doch, die gibt es auf jeden Fall. Und eigentlich habe ich erst einen einzigen wirklich spannenden gefunden, der sich mit dem Erlebten am Globetrotter-Stand befasst. Ihr findet ihn hier. Soll ich nun auch noch einen Bericht hinzufügen? Ja!! Und warum? Weil diese Erzählung beweist, wie sehr Reisen meine Leidenschaft ist – hier im wahrsten Sinne des Wortes.

california costarica

Es ist Donnerstag. Ich komme aus einer beinahe 24-Stunden-Schicht mit einer anstrengenden Gruppenaktion und mache mich dann auf den Weg in die Uni. Von dort geht es ab nachhause, schnell noch die Tasche packen. Was brauche ich? Mein Kissen für den Bus. Das Asus Transformer Book, das ich bei Travel on Toast gewonnen habe. Das ist schön klein und leicht. Mein Handy und mein Ladekabel. Die Termine, mein Ticket. Kurze Zweifel: mein Flixbusticket kann ich hoffentlich vom Handy aus abrufen, ich habe es nicht ausgedruckt. Wird schon funktionieren. Fertig gepackt. Knapp zwei Stunden hab ich noch, also noch kurz ab ins Bett. Um Mitternacht klingelt dann wieder der Wecker und es geht zum Zentralen Omnibusbahnhof in Nürnberg, von dem ich mir nicht sicher bin, ob er diesen Namen überhaupt verdient. Mich verunsichert etwas, dass gerade ein Bus nach Berlin abfährt, ich habe doch eine Nachricht bekommen, dass der Bus nicht im originalen Flixbus-Design eingekleidet ist sondern weißsilber und nur ein kleines  Schild auf Flixbus hinweist.

Doch dann kommt er, und er ist wirklich weißsilber. Vorne ein kleines Schild im Fenster mit der Aufschrift Berlin. Ich betrete den Bus und sehe: er ist fast voll. Ich ergattere noch einen Platz relativ weit hinten, von dem ich mir halbwegs vorstellen kann, dass er erträglich ist. Ich sitze ungern neben Fremden. Und schlafend schon gleich gar nicht, und ich will schließlich auf der Fahrt schlafen. Es wird 0.45 und wir fahren los. Aber halt wie! Der Fahrer fährt so krasse Schlangenlinien, dass ich ernsthaft darüber nachdenke, ihn zu bitten mich aussteigen zu lassen oder die Polizei zu rufen. Als wir auf der Autobahn ankommen, ist mir bereits ziemlich schlecht davon. Das kann ja heiter werden. Es dauert dann eine ganze Weile, bis ich einschlafen kann. Schlafen im Bus ist ja so eine Sache, man ist dabei viel zu oft wach. Aber ich bekomme es einigermaßen hin.

Um 5.20 Uhr kommt die Durchsage, dass wir nun in Berlin sind, um 5.23 Uhr stehen wir wirklich am ZOB in Berlin. Moment mal, der Bus sollte doch erst um 6 Uhr ankommen und ich hatte auf Stau gehofft. Was soll ich nun mit all der Zeit anfangen? Ich versuche Frühstück am Kiosk zu ergattern. Doch leider kann man meinen 50-Euro-Schein nicht wechseln und kleiner habe ich es nicht. Also kein Frühstück. Ich sitze einfach bis zur Öffnung des Medienzentrums um 8 Uhr am ZOB rum, was für eine Aussicht. Dabei versuche ich immerhin, mein Handy etwas aufzuladen, das im ausgeschalteten Modus seltsamerweise trotzdem gut 15% Akku verbraucht hat in den paar Stunden Fahrt von Nürnberg nach Berlin. Dann werde ich in ein Gespräch verwickelt mit einer zwar netten, irgendwie aber auch seltsamen Dame. Zwischendurch checke ich nochmal mein Ticket und stelle fest, dass das Messezentrum der ITB bereits um 8 Uhr öffnet. Es ist erst 7, die Zeit vergeht so gar nicht. Ich halte noch ein bisschen aus und um 20 vor 8 mache ich mich auf den Weg zum Eingang. Leider ist mein Eingang am anderen Ende des Messegeländes, so dass ich erst ein mal quer durch muss und daran scheitere, dass manche Tore zwischen den Hallen noch geschlossen sind. Ich finde dann aber doch einen Weg, so sind wir Reisenden eben. Es gibt immer eine Lösung.

Auf der ITB selbst habe ich einige Termine und einige davon machen wirklich Spaß und bieten tolle Perspektiven. Es gibt einige Pläne, von denen berichte ich aber erst, wenn etwas tatsächlich in die Tat umgesetzt wird.

Zwei kleine Pausen von ungefähr 15 Minuten verbringe ich mit einem Vortrag über einen Fernwanderweg auf dem Balkan und einer Begutachtung von Autodachzelten an besagtem Globetrotter-Stand. Ich glaube, mein nächstes Auto braucht ein Dach! Und außerdem brauche ich endlich und unbedingt einen Motorradführerschein. Die Maschine meiner Träume kenne ich bereits und stelle fest, dass man sie auch mieten kann.

dachzelt sixtmotorrad

 

Ich habe nicht mal Zeit für eine vernünftige Mahlzeit und die Bayerische Tourismuszentrale bzw die dafür zuständige PR-Agentur rettet mich mit belegten Brötchenhälften. Vielen Dank auch hier noch mal! Beim maltesischen Fremdenverkehrsamt darf ich landestypische Spezialitäten und Limoncello probieren. Bei Hertz finde ich richtig geiles Erdnusstoffee-Eis und als ich das twittere, lädt mich Costa Rica zu Ananas und Schokolade ein. So schlage ich mich durch den Tag, Getränke gibt es bei jedem Termin.

bayerntradition

Dann kommt das Blogger-Speeddating und dabei sehe ich dann endlich auch mal ein paar andere Blogger wieder. Damit hatte ich eigentlich schon im Messeverlauf gerechnet. Ein paar Worte wechseln, dafür reicht es gerade so. Und als einer meiner Gesprächspartner gar nicht anwesend ist, habe ich tatsächlich zehn Minuten für eine Flasche Apfelschorle und ein bisschen Quatschen.

Nach der ITB würde ich gerne auf die erste Offline-Reisenacht gehen, die ein paar Blogger veranstalten, die mir reisetechnisch und/oder schreibstilmäßig relativ nah sind. Doch das geht nicht. Das Dating endet um 18 Uhr und mein Bus fährt um 19 Uhr am ZOB ab. Ich hetze also quer durch das ganze Messegelände und komme pünktlich 20 Minuten vor Abfahrt an der Haltestelle an.

eisbär

Ich steige als Erste in den Bus, ich weiß auch nicht, wie ich das immer wieder schaffe, obwohl ich nie am Drängeln bin. Der Bus füllt sich nach und nach und ich schaffe es verdammt lange, den Platz neben mir frei zu behalten, indem ich immer auf mein Handy und angestrengt aus dem Fenster blicke. Doch dann sind kaum noch Plätze frei und eine junge Frau bittet um den Platz neben mir. Meine unheimlich schwere Infomaterialtasche (so schwer, dass der Henkel ausgerissen ist) von der ITB platziere ich dann unter meinem eigenen Sitz. Die meiste Zeit der Fahrt verbringe ich schlafend, denn ich bin wirklich patt.

berlinitb

In Bayreuth stoppen wir und meine Nachbarin verlässt den Bus. Meine Beine drücken und stechen und ich lege sie seitlich hoch. Um Mitternacht kommt der Bus endlich in Nürnberg an. Carina ist so lieb und holt mich am Bahnhof ab, so dass ich immerhin schnell im Bett bin. Meine Beine tun inzwischen richtig weh, eine Mischung aus dem Gefühl von Muskelkrämpfen und Stechen. Wir stellen fest, dass sie sehr angeschwollen sind und im Bett baue ich mir mit einem Kissen eine Vorrichtung, um die Beine ordentlich hoch zu legen.

Um 7 Uhr klingelt dann der Wecker, ich muss schließlich um 8.30 Uhr in der Uni sitzen. Auch dort versuche ich so weit wie möglich, meine Beine hoch zu legen, was gar nicht so einfach ist. Am Abend sind sie immer noch geschwollen. Erst im Lauf des Sonntags, an dem ich Kompressionslaufsocken trage, normalisiert sich der Zustand wieder und es sticht nur noch an einer Stelle.

 

Und warum der ganze Act? Weil Reisen meine Leidenschaft ist. Und: wenn es sein muss, mache ich es genau so wieder!

 

3 Comments

  1. Liebe Naninka,
    wenn Du den Balkan Fernwanderweg gehst, dann möchte ich gerne mitkommen! Mein voller Ernst!

  2. Liebe Monika, da war meine ITB ja der reinste Wellness Aufenthalt dagegen. Liebe Grüße
    Gabi

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