Mit dem Flixbus zum RBCGN

26. Januar 2014
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Vor einiger Zeit habe ich beschlossen, diesen Blog nicht mehr nur für meinen engen Freundeskreis per Mail publik zu machen sondern ihn auch per Facebook und Twitter sozusagen zu bewerben. Ich habe mich intensiver mit der Materie beschäftigt und dabei festgestellt, dass es noch wahnsinnig viele andere Reiseblogger gibt und die auch recht gut vernetzt sind oder gerade beginnen sich zu vernetzen. Als ich vom zweiten Kölner Reisebloggertreffen las, hab ich mich dann einfach mal beworben. Eine Weile später kam eine positive Antwort – ich fahre also nach Köln.

Ich war schon ein paar mal in der Stadt, habe außer CSDs und ein paar Clubs und Bierstuben und dem Dom von außen aber noch nicht viel von der Stadt gesehen. Ich nehme mir also vor, diesmal etwas mehr von Köln kennen zu lernen.

Köln, da war doch was?! Mein ehemaliger Aachener Couchsurfing-Host wohnt doch inzwischen mit seiner Freundin in Köln. Ich kontaktiere ihn und bekomme postwendend eine positive Antwort, selbstverständlich kann ich dort unterkommen. Nun freu ich mich also auf Köln und bin auch etwas aufgeregt.

Doch wie komme ich nach Köln? Zum Zeitpunkt meiner Anfrage an das Orgateam kostete ein Zugticket genauso viel wie ein Ticket per Bus. Der Zug war eine Stunde schneller, dafür musste ich beim Zug umsteigen. Als ich die Zusage erhielt, checkte ich wieder beides und fand die beste Lösung bei Flixbus. Für 33 Euro sollte mich der Bus von Nürnberg nach Köln bringen und für die gleiche Summe wieder zurück. Na dann mal sehen!

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Freitag früh um 7.50 Uhr geht es los. Zunächst überrascht mich der Flixbus mit Pünktlichkeit am Abfahrtsort, was allerdings auch nicht so schwer ist (Nürnberg ist nach dem direkt neben Nürnberg gelegenen Schwabach erst der zweite Punkt auf der Fahrtroute). Während des Wartens denke ich noch „na das kann ja heiter werden“ ob der Cheerleadinggruppe, die vor dem Bus munter diverse Pyramiden und Figuren vorführt. Ja, ihr seid besonders cool. Während der Fahrt sind jedoch alle Mitfahrer absolut handzahm. Das Publikum ist recht gemischt. Ein Herr im Anzug mit Aktenkoffer fährt ebenso mit wie ein älteres Ehepaar und ein paar Kerle, die meinem Klientel alterstechnisch grade so entwachsen, typtechnisch aber mitten drin waren. Der Bus selbst ist deutlich komfortabler als erwartet. Die Sitze mit Kunstleder bezogen, Steckdosen in den vorderen Reihen und das Beste: kostenloses WLAN während der Fahrt, was auch noch recht reibungslos funktioniert (wie ich in anderen Blogs sehe ist das keine Selbstverständlichkeit). Die Fahrt verläuft völlig komplikationslos und wir kamen absolut pünktlich in Köln an. Ich verbringe die Zeit bis dahin mit texten und schlafen und bin dann dementsprechend fit nach meiner Ankunft.

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Der Bus hält in Köln Deutz, von wo aus es ja noch ein bisschen bis zur City ist. Ankunft pünktlich um 14 Uhr und das Treffen soll um 18 Uhr stattfinden, so dass ich noch etwas Zeit zu füllen habe. Ein Radweghinweisschild sagt mir, dass es nur Kilometer bis zum Dom sind. Also verzichte ich auf die S-Bahn und mache mich zu Fuß auf den Weg. Ein Abstecher zu Subway sorgt für mein Frühstück und dann komme ich relativ schnell auf die Idee, dass ich ja auf dem Weg vielleicht einen Cache heben könnte und diese Idee setze ich dann auch sofort in die Tat um. Der Triangle Tower Cache ist nun erledigt. Unglaublich, wie man so eine große Dose mitten in der Stadt verstecken kann.

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Direkt nach dem Tower landet man an der Hohenzollernbrücke, die anscheinend heute nur noch Liebesbrücke genannt wird. Ich bin eigentlich nicht so der Fan von diesen Schlössern an Brücken, aber ich muss zugeben, dass die Brücke hier in Köln wirklich beeindruckend ist. Das sieht dann auch wieder schön aus. Dass es auch hier einen Cache gibt, bei dem man ein spezielles Schloss finden muss, sehe ich leider erst nach der Brücke. Den ganzen Weg nochmal zurück will ich dann aber doch auch nicht gehen. Was ich auch nicht will ist die Rose kaufen vom doch recht penetranten Händler. Aber meine letzten richtigen Reisen gingen nach Indien und in die Türkei. Da hat doch ein Kölner Händler keine Chance mehr ;-)

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Eigentlich will ich in den Dom. Endlich mal  nicht nur von außen, sondern auch innen. Klar ist das Mainstream, aber als Kathedralen-gerne-Besichtiger ist der Kölner Dom absolutes Pflichtprogramm. Allerdings findet in Köln gerade ein Eucharistie-Kongress statt und der Dom ist sowas von überlaufen, dass ich mich gegen den Besuch entscheide. Da ich auch noch nicht im Kölner Stadion war, werde ich schließlich definitiv wieder einen Besuch in dieser Stadt machen. Da ist er dann aber fällig. Was aber nun? Nun: auch das Museum Ludwig steht für mich als Kunstinteressierte und ehemalige Studentin der Kunstgeschichte (auch wenn es nur das zweite Nebenfach war) auf der To-Do-Liste und es befindet sich passenderweise direkt neben dem Dom, so dass ich dann für zehn Euro dort eintrete.

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Zunächst lassen mich die ausgestellten Objekte ziemlich kalt, doch dann finde ich doch ein paar nette Stücke. Ich glaube, dass mir Dalis „Le Gare De Perpignan“ am besten gefiel. Es handelt sich um eine Art Autobiografie in einem Bild und dabei um ein nicht so abgefahrenes Gemälde, wie man es vom ihm gewohnt ist.

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Es hängen einige sehr bekannte Gemälde und Künstler dort und ich finde gerade im kubistischen Bereich ein paar Werke, die mir zusagen.
Und plötzlich stehe ich dann vor DEM Bild. Nicht das Schönste, was ich mir vorstellen kann, aber eben jenes, was ich schon in der Schule zum ersten Mal nachgemalt habe und seither mehrere Male reproduziert habe. Da steht sie, die Dame mit der grünen Jacke von August Macke. Unglaublich. Damit habe ich gar nicht gerechnet.

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Am wenigsten gefallen hat mir der Pop-Art-Bereich, aber das ist einfach nicht meins. Grade so mit dem Museum durch, ist es auch schon Zeit, zum Stadtgarten zu fahren.

Wie komme ich nun zum Stadtgarten, wo das Reisebloggertreffen statt findet? Nun, das ist wohl ganz einfach. Mit der S-Bahn fahren. Also rein in den Bahnhof und mal am Automaten gekuckt. Die Deutsche Bahn weiß nichts von einer S-Bahn dorthin und zeigt mir Verbindungen per STR an. Straßenbahn nehme ich an. Also raus aus dem Bahnhof und rundherum Straßenbahn suchen und nicht finden. Ich frage also einen Taxifahrer, der mir dann erklärt, dass ich in die Ubahn muss. Was nun? S-Bahn. Straßenbahn. U-Bahn? Alles dasselbe. Ja liebe Kölner, woher soll man als Ortsfremder das denn wissen?

Na gut, dann jedenfalls in die U-Bahn und die paar Meter gefahren, wieder raus aus der Bahn und die ebenfalls nur paar Meter gelaufen. Der Stadtgarten war recht gut gefüllt, wie finde ich da nun die Community? Na einfach mal Personal fragen. Reisebloggertreffen? Busch? Beckmann? Unbekannt. Kann doch nicht sein, denke ich mir. Doch auch Personal Nummer 2 weiß von nichts und so verlasse ich die Theke wieder, werde schon irgendjemanden erkennen, schließlich habe ich die meisten Blogs doch häufig besucht in letzter Zeit und kenne auch die Profilbilder. Ich drehe mich um und gehe nach draußen und schon ist es passiert. Ich erkenne ein Gesicht und gehe dementsprechend auch mit „dich kenn ich“ auf die sichtlich erstaunte Dame zu. Wir stellen uns vor und lassen die Blicke schweifen, finden Niemanden und nehmen erst mal Platz, bis mein Gegenüber Christina erfolgreicher kuckt und Ingo und Anja im hintersten (aber schönen!) Winkel des Biergartens findet.

Wir sitzen kaum, bekommen wir die Warnung, doch gleich ein großes oder zwei Getränke zu bestellen, der Kellner sei extrem langsam. Wird erledigt und so macht sich das erste große Kölsch auf den Weg zu mir. Recht schnell wird die Gruppe größer, bis am Ende 13 Leute am Tisch sitzen. Zehn Blogger und drei Touristiker. Mir war ja nicht ganz  klar, was mich hier erwartet und wie das ablaufen wird und ich muss sagen, dass ich mich sehr wohl gefühlt habe und die Atmosphäre unter den Bloggern wirklich lustig ist. Auch der thematische Austausch ist sehr interessant und ich habe hinterher das Gefühl, eine Menge toller Persönlichkeiten kennen gelernt zu haben. Auch der Spaß kommt nicht zu kurz, von Fahrradtouren von Aachen nach Köln über Fotoknipsereien beim Essen bis hin zu fliegenden Peperoni ist alles am Start.

rbcgn4Der Vollständigkeit halber hier nochmal alle Teilnehmer:
Ingo von reise-wahnsinn.de
Anja von travelontoast.de
Phil von killerwal.com
Madlen und Lars von puriy.de
Jessi von fernwehundso.com
Sarah von heimatherz.com
Christina von mrsberry.de
Robin von weltreisejunkies.de
Monika von Atout France
Alexandra vom Niederländischen Tourismusbüro
Katja von HRS

Zum Stadtgarten selbst sei gesagt, dass der Service proportional zur Menge der Gäste an Geschwindigkeit zulegte und natürlich der Stadtgartenburger sehr zu empfehlen ist. Wenn ich mich nicht verzählt habe, hatten wir am Ende sechs mal jenen Burger auf dem Tisch stehen. Und er war wirklich gut!

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Für mich heißt es relativ früh Abschied nehmen, schließlich will ich meine Gastgeber nicht bis mitten in der Nacht warten lassen und ich freute mich ja auch sehr auf das Wiedersehen. Also steige ich wieder in die U-Bahn, mittlerweile weiß ich ja von den Tücken des öffentlichen Verkehrs in Köln. Auf dem Weg höre ich zwei ungefähr 18-jährigen Mädels zu, die allwissend zu sein scheinen und sich darüber auslassen, dass ein Bekannter doch keine Ahnung vom Leben habe. Sie selbst aber natürlich schon. Mit 18. Maximal 20. Na klar. Ansonsten bewundere ich nun die Kunst der Kölner U-Bahn:

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Vielleicht sahen ungefähr so die Anfänge der Werke von Jackson Pollock aus, den ich am Nachmittag ja auch ausgestellt sah.

Um kurz nach 22 Uhr erreiche ich das Haus meiner Gastgeber. Dort gibt es dann erst mal belgisches Bier und Plauderei bis spät in die Nacht. Wir hatten uns schließlich drei Jahre nicht gesehen, und immer nur die Blogs gegenseitig lesen und ab und an auf Facebook chatten ersetzt nun mal kein vernünftiges Gespräch, in dem es sich auch viel ums Reisen dreht. Irgendwann sind unsere Gläser dann jedoch leer und ich auch einfach hundemüde, so dass es Zeit fürs Bett ist.

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Am nächsten Morgen wird ausgeschlafen und dann erst mal für Frühstück gesorgt. Und was macht ein Blogger natürlich? Fotografieren! Ich hatte schon lange kein so schönes selbst gemachtes Frühstück mehr. Hotel zählt hier nicht. Am späten Vormittag lerne ich dann auch die in Aachen noch nicht vorhandene Freundin kennen, die am Vorabend schon im Bett war. Sehr angenehm ;-)

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Gegen Mittag kommen wir dann spontan auf die Idee, dass wir nochmal zum Triangle Tower fahren könnten, dort gibt es eine Aussichtsplattform. Gesagt getan, auf durch die Stadt, durch den Kölner Verkehr und die für mich befremdliche Straßenführung, wofür ich Zustimmung ernte.

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Direkt vom Tower aus geht es für mich zum Bus, der gleich um die Ecke abfährt. Selbige Ausstattung, selbiger Publikumsmix, auch heute absolut zuverlässiges WLAN (gleich mal Foursquare aufm Smartphone installiert)auf der Strecke und trotz zweier Staus auf die Minute pünktlich in Nürnberg. Was will man mehr? Manch einer wollte noch Getränke oder Snacks, ich allerdings nicht, so dass ich zu Preise und Qualität/Auswahl nichts sagen kann. Fazit zum Flixbus nach zwei Fahrten: optimal! Fazit zum Treffen: war super und ich komme gerne wieder (wenn ich darf)! Fazit zu Köln: gefällt mir inzwischen besser!

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