Freiburg und sein Bächle

2. September 2014
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Als Gäste eines Kurorts hatten wir eine geniale Möglichkeit, die mich wirklich erstaunte. Die ungefähr 2 Euro Kurtaxe pro Person stattete uns mit einem Ticket aus, mit dem wir die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen konnten. So war es uns möglich, ohne weitere Kosten mit dem Zug nach Freiburg zu fahren und dort die Stadt zu erkunden.

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Die Zugfahrt dauerte 50 Minuten und sorgte dafür, dass mir ein großer geografischer Irrtum aufgedeckt wurde. War ich doch bisher davon überzeugt, dass Hinterzarten in der Schweiz liegt… ich finde das klingt nach Schweiz. Ich werde eines besseren belehrt, als wir mit dem Zug in Hinterzarten halten. Oops.

Die Zugstrecke ist lohnenswert, man fährt durch das Höllental und die Windungen und Berge und Täler sind wirklich schön.

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In Freiburg angekommen machen wir uns dann auf den Weg zum Münster und teilen uns dort in kleine Gruppen auf. Mein Kollege und ich suchen uns ein schönes Plätzchen am Münsterplatz und essen Flammkuchen. Flammkuchen kenne ich natürlich aus dem Elsass. Dass es auch hier zu den regionalen Spezialitäten gehört, war mir vorher auch nicht so bewusst. Wir haben zwei verschiedene Varianten auf dem Tisch und probieren gegenseitig. Lecker wars, aber auch teuer. Am Münsterplatz kann man anscheinend mehr verlangen als andernorts.

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Dann geht es ein wenig durch die City, die ich als sehr angenehm empfinde. Ein irgendwie südländischer Flair, ich komme mir ein wenig vor wie in Frankreich oder Italien. Woher das kommt kann ich allerdings nicht erklären. Vielleicht sind es die kleinen Gassen.

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Eine Spezialität, die ich sonst noch nirgends gesehen habe, sind die Freiburger Bächle. Ein System von Rinnen zieht sich durch Freiburgs Innenstadt. Ich gehe davon aus, dass es sich um die Überbleibsel eines ehemaligen Abwassersystems handelt. Später recherchiere ich und finde heraus, dass sie mit Wasser aus der Dreisam gefüllt und insgesamt mehr als 15 Kilometer lang sind. Man vermutet, dass mit Hilfe der Bäche früher Weideland bewässert wurde. Außerdem wurde die Stadt selbst mit Trinkwasser versorgt, da das Grundwasser in 12 Meter Tiefe nicht ausreichte und schwer zu bergen war. Für die Bevölkerung gab es genug Trinkwasser, jedoch nicht genug für die Tiere innerhalb der Stadtmauern.

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Die Bächle sind bis heute erhalten. Besonders für die Kinder ist dies sehr reizvoll. Es gibt an mehreren Stellen kleine Holzboote zu kaufen, die die Kinder an einer Schnur durch die Bächle führen. Eine wirklich süße Idee!

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Dann sollte es noch etwas nach oben gehen. Das Freiburger Münster kann man besteigen. Die erste Gruppe war schon drin, ich musste noch etwas auf Nachzügler warten und machte mich dann gemeinsam mit ihnen auf den Weg nach oben. Die Wartezeit zuvor versüßten mir zwei Zieharmonika-Spieler. Ich mag dieses Instrument nicht, und dass ich so etwas je sagen würde, hielt ich für unmöglich. Aber die Beiden waren wirklich gut und spielten die verschiedensten Stücke mit unterschiedlichen Interpretationen.

Das Münster ist schon von außen sehr schön anzusehen und ich freue mich auf den Ausblick, den ich von oben haben werde, vom 116 Meter hohen Turm.

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243 Stufen lagen vor mir. Da es sich um eine Wendeltreppe aus Stein handelte, war der Aufstieg auch gar kein Problem. Ich leide massiv unter Höhenangst, will den Mist aber endlich besiegen und setze mich immer wieder dieser Situation aus. Ich gehe einfach weiter, eine Stufe nach der anderen. Es ist wahnsinnig eng, und immer wenn uns Jemand entgegen kommt, drücken wir uns an die Wand, damit wir aneinander vorbei kommen. Und dann kommen wir an einem Punkt an, an dem diese schöne Treppe endet. Ab dann geht es über eine Stahltreppe nach oben und um mich rum ist alles verglast. Wir befinden uns immer noch innerhalb des Turms, aber ich muss bis zum nächsten Zwischenboden immer 3 bis 5 Meter durch Glas nach unten sehen. Das geht gar nicht, aber ich zwinge mich.

Ich schaffe es und komme an der Kasse an. Dort mag ich dann nicht mehr weiter. Mir entgegen kommende Jungs erzählen, dass der Ausblick gigantisch war, aber sie total Angst hatten, weil man ständig nach unten sehen konnte und musste beim Gehen. Das reicht mir. Ich bezahle für die beiden Jungs, die ich mit nach oben genommen habe und drehe um. Die Aussicht habe ich trotzdem aus einem kleinen Fenster. Aber eben nur so halb.

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Nach dem Münsterausflug geht es wieder zurück zum Bahnhof und wir verlassen Freiburg wieder. Ein sehr schöner Tagesausflug geht damit zu Ende.

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1 Comments

  1. Die Höllentalbahn ist eine feine Sache um nach Freiburg zu kommen. Selbst schon ausprobiert bis Hinterzarten und dann noch ein bisschen weiter nach Seebrugg.

    Aber ehrlich gesagt habe ich mich auch in die Bächle in Freiburg bei den letzten Besuchen bei Freunden verliebt. Die Boote kenne ich, die Enten sind mir aber neu. Witziges Bild! :-)

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