Sommerfreizeit – Conquering Ulm

15. Januar 2014
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Im August 2012 stand für mich nach dreijähriger Abstinenz wieder einmal eine Sommerfreizeit mit der Arbeit an. Es sollte meine siebte Sommerfreizeit sein. Früher waren wir noch drei Wochen weg, meist auch weg vom Schuss und so in einer eigenen Welt (trotz ganz normaler Aktionen an ganz normalen Orten mit ganz normalen Menschen), dass man erst mal ein paar Wochen gebraucht hat, bis man wieder im eigenen Leben angekommen ist. Inzwischen fahren wir nur noch zwei Wochen, doch das reicht immer noch für die Bildung einer ganz speziellen Stimmung. Ich liebe Freizeiten, fahre gerne. Nicht umsonst ist es bereits meine siebte Sommerfreizeit (und ich weiß nicht wie viele Tage ich schon an Ostern, Pfingsten, Fasching, Weihnachten etc auf Freizeiten war). Diesmal ging sie Sommerfreizeit in die Nähe von Ulm.

Eine ganz gemütliche Anreise sollte es werden, da die Strecke nicht so lang war – erst mal nen Kaffee und ne kurze Besprechung, wobei ich da ja gleich schon wieder aus dem Rahmen falle und lieber auf Red Bull zurück greife. Dann entsteht im Haus großes Getümmel, dreißig Kids müssen schließlich verladen werden, aber ich bin ja außenwohngruppengesegnet und mache mich aus dem Staub, um meine Gruppe abzuholen. Dort haben die Kollegen Arthur und Petra bereits für alles außer Bettwäsche gesorgt, wofür gibts denn schließlich ne Packliste :))) Dennoch großes Lob an die Beiden, die die ganze Gruppe bereits auf Vordermann hatten. Ich musste nur noch mein Gepäck einladen, die Jungs hinterher und dann wieder ins Haupthaus – Hänger holen. Ja, ich fahre Hänger. Ja, ich fahre 80 km/h. Nein, meinen Jungs gefällt das nicht. Auf der anderen Seite ist es aber auch gar nicht so schlimm, denn selbst auf der kurzen Strecke haben sie drei mal Pause gebraucht…. Am Ende stimmte dann unsere Wegbeschreibung nicht mehr und wir standen mitten im Wohngebiet anstatt mitten in der Pampa. Mit ein wenig Durchfragen fanden wir die Pampa doch noch und dann gabs erst mal großes Gemecker über die Zimmer und die Betten und so weiter. Standard.

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Die Jungs und ich machen dann den Bus nochmal voll und checken Ulm. Dort landen wir mitten im CSD, was ich natürlich sehr witzig finde. Die Jungs wissen nicht so recht, wie sie damit umgehen sollen. Sie machen sich dann aber doch recht gut und wir ziehen relativ schnell weiter, ich muss sie ja nicht zu sehr anstrengen. Wir sammeln ein paar Flyer von Action in den nächsten Tagen. Dann entscheiden sich die Jungs für Bubble Tea anstatt Eis und ich tu mir das auch noch mal an, obwohl mein erster Eindruck eklig war. Im Gegensatz zu meiner letzten Erfahrung ist die Wahl diesmal sogar ganz gut und ich kann es sogar genießen. Auf dem Rückweg haben wir uns noch eingedeckt mit Grillkohle und dann gibts erst mal Spaghetti. Der Rest des Haufens ist schon fertig mit essen, so dass wir Falken sogar ganz in Ruhe essen können. Auch danach bekommen wir eine Sonderbehandlung und als alle Kleinen im Bett sind entern wir die hauseigene Schwimmhalle und es gibt noch ne Stunde Action und Spaß im angenehm warmen Nass.

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Dann müssen die Jungs um 22 Uhr ins Bett und regen sich ziemlich auf. Also erst mal sind sie ruhig, aber später werden sie nochmal laut. Sie sehen das gar nicht ein und so weiter. Dass man für sie eintreten kann, wenn sie sich vernünftig aufführen, haben sie noch nicht verstanden. Erklären lassen wollen sie es sich auch nicht. Da es aber einigermaßen ruhig bleibt, halte ich mich dann zurück und wir sitzen draußen und bestaunen Sternschnuppen. Ein Bild für Götter, wenn ungefähr zehn erwachsene Menschen auf Bierbänken sitzen und alle in den Himmel starren und regelmäßig „aaaaaah, ich hab eine gesehen“ ertönt.

Es ging alelrdings relativ zeitig ins Bett, weil sicher auch zeitig wieder raus mit den ganzen Zwergen an Bord. Mit meiner Zimmernachbarin Sandra hab ich noch ne Uhrzeit ausgehandelt, wann unser Wecker klingelt um dann zu vergessen, den Wecker auch einzuschalten. Macht aber nichts, denn wie vermutet lärmt es auf dem Flur sowieso früh genug, so dass wir weit vor unserer erwünschten Zeit bereits hellwach sind und dann eben auch aufstehen.
Das Frühstück ist eher dürftig, aber wir sind ja kein Sternehotel sondern befinden uns in einem Selbstversorgerhaus. Nach dem Frühstück packen wir so gut wie alle Kids ein und fahren erst mal in 6-Bus-Kolonne Richtung Wanderung. Irgendwie hat unsere Leaderin Sabrina aber keine Lust auf die angedachte Wanderung und fährt gleich direkt bis zur Höhle. Dort haben wir dann eine Führung durch eine Tropfsteinhöhle bekommen, sehr imposant. Leider wars sehr schnell vorbei, fast ein wenig enttäuschend, aber trotzdem schön. Dann wollten wir im Anschluss noch wandern und checkten die dort aufgehängte Wanderkarte. Die kürzeste angezeigte Wanderung ist 21km lang. Mit den ganzen Kleinen und bereits mittags ist das vielleicht nicht so die beste Idee und wir begnügen uns dann mit dem Spielplatz, mit dem wir die großen und kleinen Kinder glücklich machen.

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Danach teilt sich der Haufen erstmals richtig auf. Die eine Hälfte fährt ins Freibad, aber ich beschäftige mich lieber anders. Fußball steht an. Falken gegen Pumas. Das ist wie Dortmund gegen Schalke. Frankfurt gegen Offenbach. Nürnberg gegen Fürth. Pumas gegen Falken, das ist fast schon Krieg. Doch wir spielen und schaffen es, die immer wieder hochkochenden Gemüter wieder runter zu bekommen. Auf beiden Seiten spielt ein Betreuer mit (ich inklusive) und wir spielen über zwei mal 45 Minuten, 5 gegen 5. Meine Gruppe Falken gehen hieraus als Sieger hervor, Endergebnis 5:4. Ich bin stolz auf die Jungs und auf die Art und Weise, wie sie sich verkauft haben. Gut gemacht!

Danach versuche ich zu bloggen, doch das geht leider mit dem Stick auf dem Kaff nicht, daher (und auch weil die Jugendlichen mal Zeit für sich und ne Stadt brauchen) ab nach Ulm am nächsten Tag. 21 Döner auf einmal bestellt hab ich auch schon lange nicht mehr :)

Nach dem Döner trennen sich unsere Wege, wir haben schließlich die Großen an Bord, und die können und wollen Ulm alleine erkunden. Sie machen zwar seltsame und düstere Bekanntschaften, aber am Ende sind wir alle wohlbehalten wieder am Bus angekommen. Meine Zimmerkollegin und ich haben nach der Massendönerversorgung erst mal noch in Ruhe türkischen Tee genossen und sind dann auch durch die Stadt gebummelt. Von Apotheke zu Apotheke (für die geplanten Tattoos brauchen wir Spritzen und Henna, außerdem noch Lippenbalsam, und uns fällt das nicht zufällig gleichzeitig ein) und drei mal zu Müller. Wir sind echt gut. Außerdem genießen wir einen Eiskaffee – zu Sandras Unglück leider im Schatten. Für mich ist das aber wohl recht gut, ich bin schon leicht gerötet. Ein bisschen schlendern wir dann noch durch die Gegend und halten unsere Füße in den das kalte Flüsschen – Fluss kann man das ja nicht nennen. Schönes klares Wasser immerhin, und ne Menge spielende Enten.

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Eigentlich sollen wir um 18 Uhr zum Abendessen zurück sein, aber um 17 Uhr machen wir uns in Ulm grade mal auf den Weg, allerdings zum See und nicht zum Haus. Dort verbringen wir dann noch zwei schöne Stunden mit Ironie, genialen Antworten auf dämliche Kinderfragen und viel gemeinsamen Spaß, getrübt nur vom Stegsturz der Kollegin, die es aber mit Humor nimmt und auch bis auf einen blauen Fleck unversehrt bleibt Das Abendessen wurde für uns warm gehalten, genialer Service. Danach gibts wieder Lagerfeuer, scheint hier gleich zur Tradition zu werden. Dafür gibt es auch einen ganz simplen Grund, die Jugendlichen wollen nicht um 22 Uhr ins Bett, und wenn wir alle am Feuer sitzen, dürfen sie etwas länger wach bleiben. An diesem Abend haben wir einen unschönen Verdacht, Alkohol im Spiel, wir durchsuchen aber mehrfach und finden nichts. Haben wir also doch brave Kids? Wir waren auch mal jung und nehmen es daher nicht all zu sehr übel, dass dann nachts doch noch was getrunken wurde, aber raus aus dem Bett müssen sie früh am Morgen doch wieder, so ein Mist aber auch.

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