Wolfsburg und der VfL

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Nach einem Wochenende ohne Fußball und mit Tauchen war es wieder so weit, es ging in die Ferne. Diesmal wirklich relativ weit, und das Ganze nur für ein einziges Spiel und einen einzigen Tag. Ich hatte einen Wertgutschein für die Deutsche Bahn und so buchte ich ein recht günstiges Ticket nach Wolfsburg. Die Eintrittskarte wurde Donnerstag Abend per Internet bestellt, am Freitag versendet und war am Samstag im Briefkasten.

So lob ich mir das. Da sollte sich Energie Cottbus mit fast 3 Wochen Versandzeit mal ein Beispiel dran nehmen.

Samstag Morgen um 7.30 Uhr gehts dann in Richtung Bahnhof. Auf dem Weg finde ich mitten in der Stadt auf dem Bürgersteig eine Babykatze, die lauthals schreit, sobald und solange ich in Sichtweite bin. Nähere ich mich, beginnt sie zu fauchen. Ich habe keine Zeit für Such- oder Rettungsaktionen und rufe kurzerhand den Tiernotdienst an, während ich weiter zum Bahnhof laufe. Zugtechnisch beginnt es katastrophal, wir starten in Nürnberg mit 15 Minuten Verspätung, wo ich doch in Würzburg nur 13 Minuten Zeit zum Umsteigen habe. Wir holen aber etwas Zeit rein, so dass ich problemlos den Anschluss bekomme. In Göttingen muss ich nochmal umsteigen und ab dort sitze ich die letzte Stunde am Boden und lese in meinem Buch.

Wenn ich schon nach Wolfsburg fahre, muss ich natürlich auch Sascha kennen lernen, ebenfalls ein Hopper, mit dem ich schon geraume Zeit schriftlichen Kontakt habe. Er holt mich am Bahnhof (sogar am Gleis, ganz Gentleman) ab und wir laufen am alten Stadion vorbei zum neuen Stadion. Von Wolfsburg sehe ich erst Betonwiese und VW und dann hinter dem Stadion doch sehr viel Grün. Klasse fand ich auch den Wasserskipark direkt neben dem Stadion. Gute Idee, sowas mitten in eine Stadt zu setzen.

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Sascha muss dann weiter und ich trink erst mal noch ein Bier im Fanladen, dessen Deko mir gefällt. Die Meisterschale – wohl meist begutachtetes Objekt – interessiert mich weniger, die Viktoria aber hat es mir angetan. Ein schöner Cup!

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Dann hab ich keine Lust mehr rumzustehen und besuch den Fanshop, hol mir nen Pin (auch wenn es keinen Wappenpin mehr gab, ich musste mit dem Heimtrikot Vorlieb nehmen) und ein Feuerzeug (meines hatte ich vergessen) sowie natürlich die Stadionzeitung. Im Anschluss gehts dann auch gleich rein, über ordentlich vibrierende Stahlgerüsttreppen außerhalb des Stadions weit nach oben (nicht hinsehen!).

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Dann rein in den Glasbau in meinem Sektor und erst mal Gastro gecheckt. Was ist das denn??? Currywurst, Fleischwurst, Pommes, Breze. STEAK??? Es gab Chips und Popcorn, aber kein Steak. Nun ja, dann eben Currywurst. Die war übrigens geschmacklich okay, allerdings im Brötchen auch sehr gewöhnungsbedürftig. Noch mal n Bier geholt und nebenbei auf den vielen Fernsehern Zweite Liga gekuckt. Dann war mir das auch zu blöd und ich öffne die verschlossene Stahltür zu meinem Block (dachte erst, ich darf noch nicht rein), begebe mich auf meinen sehr hoch gelegenen Platz (ich liebe es, in den obersten Reihen zu sitzen) und warte, bis sich das Stadion füllt. Tut es auch relativ gut, 26776 Zuschauer sind anwesend.

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Zum Intro gibt es schöne Bengalos auf Lauterner Seite und eine logischerweise folgende Durchsage “ihr wisst doch, dass das nicht erlaubt ist”. Danke an Lautern und bitte legalisiert endlich Pyrotechnik.

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Wolfsburg fing laut an und wurde schnell leise, durch das einfallslose Spiel beider Teams wurden die Zuschauer schnell unzufrieden. Kurz vor der Halbzeit gab es eine rote Karte für den Wolfsburger Kyrgiakos (ich denke aus der Ferne, dass die Karte berechtigt war), und zum Halbzeitpfiff wurde es dann nochmal laut im Stadion. Pfiffe gegen die Wölfe und Pfiffe gegen das Schiedsrichterteam. Auch als die Referees den Platz wieder betraten wurde nochmal ordentlich gepfiffen, ansonsten war es dann lange ziemlich still. Laut wurde es erst wieder, als Wolfsburgs Dejagah nach einem ausnahmsweise zügigen und guten Spielzug zum 1:0 einköpfte. Plötzlich waren die Fans wieder da. Später fiel noch das 2:0 durch den eingewechselten Salihamidzic, allerdingswurde das Tor aberkannt. Am Ende blieb es dabei, für Wolfsburg waren die drei Punkte nötig und sollen Ruhe bringen. Gut ist allerdings anders.

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Nach dem Spiel laufe ich zurück zum Bahnhof.

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Am Bahnhof entscheide ich, einen Zug früher nach Hannover zu nehmen, da ich in Regionalzügen ja keine Zugbindung habe. Da der Wolfsburger Bahnhof aber sehr spärlich ist, verbring ich eine Stunde Zeit lieber in Hannover. Dort surfe ich, bis ich meinen Anschlusszug nehme und in Ruhe bis Nürnberg durch fahre.

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