Feldberg pur

18. September 2014
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Während unserer Sommerfreizeit im August waren wir in Feldberg-Bärental untergebracht. Der Name verrät schon, dass wir nah am Feldberg sein müssen. Tatsächlich waren es nur wenige Minuten Entfernung und auch nur wenige Höhenmeter Unterschied.

Das hatte für uns zur Folge, dass wir zwar nahe an der wärmsten Gegend Deutschlands postiert waren, aber immer deutlich weniger Grad angezeigt wurden als ein paar Kilometer weiter. Als Ausgleich hatten wir einen wunderbaren Ausblick in Richtung Tal und Titisee.

ausblickbärental

Den Feldberg selbst besuchten wir natürlich auch, und dort ist eine ganze Menge geboten.

Im Winter gibt es natürlich Skipisten, aber nun war ja August. Zwar hatten wir an einem Tag nur 5 Grad und Schneeregen, aber für Skifahren reicht das definitiv nicht. Wir erlebten den Feldberg mit unterschiedlichsten Wetterbedingungen. Sonnig und windstill, bei Regen und im Nebel beziehungsweise in Wolken versunken.

Unser erster Trip zum Feldberg führte uns in den dortigen Kletterwald. Der Kletterwald Feldberg öffnet seine „Tore“ von April bis November, ich kann mir aber vorstellen, dass es im November wirklich ungemütlich sein kann, dort oben in den Bäumen zu hängen.

Wir waren bei bestem Wetter dort, Sonnenschein bei 20 Grad und so gut wie windstill. Dementsprechend voll war es. Beim Anlegen des Materials lief alles noch etwas chaotisch ab, ungefähr 70 Personen wurden gleichzeitig angenommen. Es waren nicht genügend Klettergurte da, so dass mehrere Male Nachschub geholt werden musste und sich das Ganze ordentlich verzögerte. Einen unserer Jungs versuchte man in ein Kindergeschirr zu pressen, obwohl schon beim ersten Blick klar war, dass das deutlich zu klein war. Man hatte dann aber Nachsehen und der junge Mann bekam noch ein passendes Kletterset. Man kann sich vorstellen, dass sich unter diesen Umständen alles etwas verzögert.

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Der Service war vielleicht nicht der Beste und Organisierteste, die Ausrüstung war als Ausgleich dafür aber topmodern und topgepflegt. Die Mitarbeiter achteten darauf, dass die Besucher des Kletterwalds auch anständig mit ihrer Ausrüstung umgehen und die Erklärungen zur Handhabung waren unmissverständlich und deutlich.

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Im Parcour gab es dann eine kleine Einführungsrunde. Ein Mitarbeiter kletterte die Route ganz knapp über dem Boden ein mal langsam vor und erklärte dabei alles. Dann musste jeder Einzelne die Route nachklettern und beweisen, dass er mit dem Material und der Sicherung umgehen kann. Wenn man das geschafft hatte, durfte man auf eigene Faust losziehen und den Kletterwald erkunden. Dabei stellte sich schnell heraus, dass der Kletterwald relativ klein ist. Die Hindernisse sind gut gewählt, durchdacht und schön verteilt, auch unterschiedliche Höhen und unterschiedliche Seilbahnlängen sowie unterschiedliche Schwierigkeitsstufen sind vorhanden. Wir hatten eine Stunde gebucht und unsere Jungs hatten den Park beinahe alle deutlich schneller durch. Manch einer ging dann noch ein bisschen Seilbahn fahren, ohne dabei die Hindernisse korrekt zu bewältigen.

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Lediglich zwei unseres Kletterteams brauchten länger. Das lag allerdings nicht an den Beiden sondern daran, dass das sonst absolut fähige Team in einem Fall nicht einschritt. Die Beiden wären längst durch gewesen, wenn nicht vor ihnen eine Familie mit einem kleinen Kind auf einem hohen Parcour gewesen wäre, bei dem das Kind absolut Angst hatte und für jeden Schritt und Handgriff minutenlang brauchte. Die beiden Jungs baten darum, an einer Plattform überholen zu dürfen, doch der Vater weigerte sich, sie vorbei zu lassen. Das wäre gar kein Problem gewesen, eigentlich weder für die Familie noch für meine Kletterer. Dennoch weigerte sich der Vater des kleinen Kindes, und das Personal schritt nicht ein. Die zwei Jungs warteten an einem Hindernis fast 20 Minuten, bis sie bis zum nächsten konnten, und das Ganze mitten im Parcour. Dabei fiel auf, dass es bei diesem Kletterwald keinen Notausstieg gibt. Wenn man in einem Parcour ist, dann muss man ihn auch zu Ende bringen.

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Durch die Schlafmützen vor uns hatten die letzten Beiden eine deutliche Verspätung. Das beste daran war, dass sie dann hätten nachzahlen sollen, weil sie ihre bezahlte Kletterzeit deutlich überzogen hatten, allerdings ja nicht durch eigenes Verschulden. Sie konnten einfach nicht weiter. Ich fragte dann mal nach, wie das denn ist, wenn mir das am Anfang passiert. Also nehmen wir an, ich bin grade seit fünf Minuten da und dann habe ich solche Störfaktoren vor mir, und das Personal greift nicht ein (entweder in dem das Personal vorher schon realisiert, dass der Parcour zu heftig für die Kandidaten ist oder dann anweist, dass man deutlich Schnellere vorbei lassen muss). Ich habe eine Stunde Kletterzeit und brauche 45 Minuten davon für den einen Parcour, weil ich behindert werde. Was passiert dann, frage ich. Leider passiert dann gar nichts ist meine Antwort, ich habe dann einfach Pech gehabt. Wir haben uns geweigert nachzuzahlen und unsere Standhaftigkeit hat sich bewährt.

Alles in Allem kann man sagen, dass der Kletterwald am Feldberg sehr gutes Material hat und sehr gut gewartet ist. Auch das Personal war bis auf den einen Fall sehr aufmerksam. Wie es zu der Verzögerung kommen konnte, kann ich mir nicht erklären. Durch die relativ kleine Größe reicht eine Stunde völlig aus und der Park ist auch anfängergeeignet. Einen besonderen Kick wie einen Tarzansprung, der mittlerweile eigentlich überall zu finden ist, gibt es nicht. Der Park lohnt sich für Familien, die ihren Kids kurzzeitig Action bieten wollen oder Menschen, die so etwas zum ersten Mal machen und vielleicht auch etwas Bammel haben. Mit der Hochschwarzwaldcard kann man übrigens eine Stunde umsonst klettern, ansonsten sind die Preise moderat, an die Größe des Areals angepasst.

Im Anschluss an den Kletterwald besuchten wir noch eine Flugshow eines Falkners, nur ein paar Meter weiter. Wir müssen ein paar Schritt bergauf, kommen am Wichtelwald vorbei. Ich würde gerne rein, aber für meine Jungs ist das natürlich leider nichts mehr.

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Man muss dazu vielleicht noch einmal erklären, dass die Wohngruppe in der ich arbeite den Namen Falken trägt. Insofern haben wir natürlich einen besonderen Bezug zu Greifvögeln. Heute sehen wir eine Eule, einen Turmfalken, einen Wüstenfalken, einen Steinadler und einen Weißkopfseeadler.

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Jeder der Vögel hat etwas Beeindruckendes an sich. Bei der Eule beispielsweise sind es die klaren orangenen Augen. Der Weißkopfseeadler ist schon alleine durch Größe und Färbung imposant, natürlich auch durch die Flügelspannweite. Der kleine Turmfalke ist erst wenige Wochen alt und noch so richtig süß.

Wir erfahren auf der Flugvorführung einiges Wissenswerte über die Vögel über Herkunft, Jagdverhalten, Nahrung und die Zucht. Unser Falkner Franz Ruchlak erzählte mit großer Leidenschaft und Intensität von seinen Tieren und der Jagd mit ihnen. Heute waren einige Zuschauer gekommen und der Falkner nahm sich die Zeit, ganz langsam mit seinen Vögeln an der ganzen Publikumsschar vorbei zu gehen, so das Jeder die Vögel eine Weile aus der Nähe betrachten konnte. Auch durften einige Kinder mitmachen und unter Anleitung der Ehefrau des Falkners die Adler auf dem Arm landen lassen (auch wenn der junge Mann aus unseren Reihen, der das versuchte, dabei total versagte). Für mich war das der erste Besuch in einer Falknerei, und am Ende der Vorführung gab es die Möglichkeit, den Falken noch auf die Hand zu nehmen. Eigentlich war das ja für die Kinder gedacht, aber ich arbeite schon so viele Jahre bei den Falken, dass es Zeit wurde, dass ich auch endlich mal einen Falken auf der Hand hatte. Die meisten unserer Jungs hatten mir das nämlich voraus.

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Ein weiterer Besuch wurde dem Feldberg abgestattet, als ich mit einer Kleingruppe in Basel zu Besuch war. An diesem Tag zeigte sich der Feldberg von verschiedenen Seiten. Die Gruppe fuhr mit der Seilbahn nach oben und erldigte das letzte Stück zum Gipfel und zum Aussichtsturm zu Fuß im Regen. Vom Turm aus gab es dann abwechselnd innerhalb kürzester Zeit freie Sicht bei gutem Wetter und null Sicht im Nassen, eine absolute Nebelwand. Besonders beeindruckend war, wie schnell sich die Bedingungen änderten.

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Für einen Ausflug mit der Familie lohnt sich der Feldberg auf jeden Fall, hier ist Einiges geboten, und das für jedes Alter. Wir haben nicht alles ausprobiert :) Parkplätze sind in Massen vorhanden, auch bei schönem Wetter hatten wir kein Problem einen Platz für unsere zwei Kleinbusse zu finden.

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